Blog – SiN-Infos

Kinder und Hunde

 

Liebe Eltern,

 

eure Kinder und wir können durchaus dicke Freunde werden, aber ihr müsst uns dabei helfen!

 

 

Bitte lasst uns nie mit Babys oder kleinen Kindern alleine. Selbst der gutmütigste Hund kann vor Schreck schnappen, wenn ihm plötzlich ins Ohr gebrüllt wird, ein Knirps ihm aus versehen auf die Rute tritt und/oder womöglich noch auf ihn drauf fällt. „Jaul“. Darum erzähle ich jetzt, wie die Kind-Hund Beziehung zum schönen Miteinander wird. Beginnen wir mit der Ankunft eines Menschenwelpen.

Unsereins sollte sich einen Überblick verschaffen dürfen, wer da ins Haus kommt. Gebt uns Hunden die Chance, das kleine Menschenwesen erstmal mittels Nase kennen zu lernen. Der frisch gebackene Papa kann aus der Klinik getragene Babykleidung mit nach Hause bringen. Auch volle Windeln übermitteln uns interessante Botschaften und der Vater muss sich sowieso an den Umgang mit der Nachwuchsverpackung gewöhnen (-:

Das erste direkte Kennenlernen muss äußerst behutsam vor sich gehen. Am liebsten, wenn das Baby schläft oder ziemlich gesichert zufrieden und entsprechend ruhig ist. Lautes

Babygeschrei kann für die empfindlichen Hundeohren eine unangenehme Sache sein. Die erste Begegnung soll mit einer positiven Erfahrung für den Vierbeiner verknüpft werden. Helft uns also das Kennenlernen des menschlichen Nachwuchses mit angenehmen Erfahrungen zu verbinden. Der alte „Leckerchen-in-Schnauze-stopf-Trick“ in Babys Anwesenheit wäre eine tolle Belohnung für neutrales bis freundliches Verhalten.

Außerdem vermeidet bitte uns Hunde eifersüchtig zu machen. Spart nicht mit Lob, wenn wir uns mustergültig benehmen. Ein Hund, der in Frauchens oder Herrchens Beisein mit ins Kinderzimmer gehen darf und dafür belohnt wird, dass er friedlich beim Wickeln oder Stillen zusieht, kann eine positive Verknüpfung zum Baby herstellen. Der Vierbeiner, dem ständig die Tür vor der Nase zugeknallt wird, dürfte anfangen den kleinen Schreihals als unerwünschten Eindringling wahr zu nehmen, der ihn von „seinen Menschen“ trennt.

Kommt der Hund zu etwas älteren Kindern ins Haus, müssen diese vor seiner Ankunft gut vorbereitet, ihnen erklärt werden, dass es keine lebendig gewordene Disneyfigur ist, die einziehen wird.

Ich liste einige Dinge auf, die uns Fellknäulen wichtig sind.

-Bitte behandelt uns mit derselben Freundlichkeit und dem Respekt, mit der/dem ihr behandelt werden wollt.

– Beim ersten Kennenlernen bleibt ruhig aufrecht stehen, ein klein wenig weggedreht von uns           und lasst uns an eurer Hand schnuppern.

– Akzeptiert, dass wir unsere Ruhephasen brauchen. Gerade Welpen benötigen wie

Babys noch sehr viel Schlaf.

– Wir brauchen einen Rückzugsort, den wir jeder Zeit aufsuchen können und an dem wir garantiert nicht gestört werden.

– Schreit uns nicht an, wir haben ein viel empfindlicheres Gehör als ihr.

– Tut uns nicht weh, wir spüren den Schmerz genau wie ihr.

– Fasst uns nicht einfach von hinten an. Achtet darauf, dass wir euch sehen, wenn ihr euch uns nähert, sonst könnten wir uns erschrecken.

– Stört uns nicht beim Fressen, ihr wollt doch auch nicht, dass man euch den leckeren Kuchen vor der Nase wegschnappt.

– Lasst euer Spielzeug nicht rum liegen, wenn ihr nicht wollt, dass wir es klauen.

– Wenn das doch passiert, versucht nicht es uns weg zu reißen, holt einen Erwachsenen

– Schaut uns wenn, dann nur ganz kurz in die Augen. In der Hundesprache

ist das nämlich eine Drohgebärde.

– Wenn ihr vor uns weg rennt, dann wundert euch nicht, wenn wir hinterher laufen. Ihr habt doch sicher schon mal „Fangen“ gespielt. Wir lieben es.

– Zwingt uns nicht zum Schmusen, wenn wir uns abwenden oder weg gehen wollen,

dann lasst uns bitte unseren Willen.

Noch ein paar Worte an die Eltern. Egal ob euer künftiger Hund vom Züchter oder aus dem Tierschutz kommt und unabhängig von seinem Alter, erkundigt euch bitte, ob bereits irgendwelche Erfahrungswerte vorliegen, wie der Hund sich Kindern gegenüber verhält.

Außerdem achtet bei der Auswahl eures neuen Familienmitglieds auf die rassespezifischen Veranlagungen. Manche Rassen eigenen sich besser als Familienhund als andere.

Sollte irgendjemand im Familienverbund unsicher sein, ob so auch wirklich alles richtig läuft, dann bitte das Geld für einen guten Hundetrainer investieren, bevor es zu wiederholten Missverständnissen zwischen Tier und Mensch kommt. So manches Gebaren, welches für ein Kind natürlich ist, wird in der Hundesprache als unmögliches Benehmen empfunden. Da kann ein „Dolmetscher“ gut klärend eingreifen. Wir Pelzgesichter wollen doch zu einem glücklichen Mensch-Hund Rudel gehören, das voneinander partizipieren kann und sehnen uns nach einer Freundschaft fürs Leben! (-:

 

Tierschutz

 

Einleitend zwei Beispiele, wie der Tierschutz die Welt der einst verstoßenen, ungeliebten Vierbeiner verändern kann. Diese beiden Hunde haben eins gemeinsam. Es sind ehemalige Nothunde. Sie hatten bereits eine „Vergangenheit“, bevor sie ihr endgültiges, liebevolles zu Hause fanden.

 

 

Lance hatte viel erlebt. Privathaltung – Tierheim – Tötung – Tierheim- und anschließend doch noch ein Happy End: Glückliche vier Jahre als geliebter und umsorgter Gefährte, bis er im Alter von 14 Jahren friedlich für immer auf seinem Lieblingsplatz einschlief. Seine Adoptantin hatte sich ganz bewusst dafür entschieden, einem älteren Hund einen wunderschönen Lebensabend zu bereiten.

 

 

Mit dem Foto oben wurde Julia dem SiN Team von einer befreundeten Tierschützerin in Spanien  gemeldet.

 


Es bedurfte einiger Phantasie sich vorzustellen, wie unglaublich ihre Verwandlung in den richtigen Händen werden würde. Julia fand eine wunderbare Familie, die dieses Vorstellungsvermögen hatte, gepaart mit Geduld, Einfühlungsvermögen und ganz viel Herz.


Ihr möchtet einen Hund?

Wenn eure Entscheidung feststeht, eure Familie um ein Pelzgesicht zu bereichern, dann überlegt ihr sicher auch schon, woher es kommen soll. Vielleicht träumt ihr ja von einem Rassewelpen, habt schon Kontakt zu einem guten Züchter aufgenommen oder durftet „euren“ Welpen sogar schon besuchen. Eventuell möchtet ihr aber auch einem sogenannten Nothund ein zu Hause geben.

 

Notfellchen

Wieso gibt es heutzutage eigentlich so viele Hunde in Not? Früher hatte man die Wahl zwischen einem Hund vom Züchter oder dem örtlichen Tierheim. Eventuell hörte man auch durch Mundpropaganda etwas von einem „übriggebliebenen“ Vierbeiner in der Nachbarschaft. Inzwischen hat sich die Situation geändert: Durchs Internet  findet manper Mausklick unzählige Nothunde fast aller Rassen und jede Menge Mischlinge. Tierheime stellen Fotos ihrer „Notfellchen“ auf ihre Homepage, Tierschutzorganisationen stellen ebenfalls Hunde auf ihren Seiten vor und diverse Internetportale bieten Rubriken an, in denen Tiere vorgestellt werden, die ein zu Hause suchen. Ein Teil dieser Hunde stammt nicht aus Deutschland, sondern Italien, Spanien, Griechenland usw. Europa wächst zusammen, auch im Tierschutz.

Bei dieser großen Auswahl an Hunden ist es oft nicht leicht sich zu entscheiden. Ich hoffe, ich kann euch mit meinen Zeilen ein bisschen helfen.

Falls Ihr euch entschieden habt, einem Tier, das dringend auf ein eigenes Zuhause wartet, euer Herz und euer Heim zu schenken, ist das Tierheim in eurer Gegend sicher nicht all

zu weit weg. Schaut doch mal vorbei, vielleicht schafft eines der dort wartenden Wesen den Sprung in euer Herz? Wenn dem nicht so ist, dann gebt die Rasse, von der ihr glaubt, dass sie zu euch passt, in eine Suchmaschine ein.

Ob Spitz, Eurasier oder Samojede in Not, inzwischen gibt es für fast alle Rassen eine spezifische Tierschutzorganisation. Wenn euch ein kunterbunter Mix vorschwebt, dann versucht es einfach in der Suchmaschine mit der Wortkombination Hund(e) in Not.

Wenn Ihr den Weg übers Internet wählt, dann möchte ich euch gerne ein paar Tipps mit auf den Weg geben, damit ihr auch wirklich zu dem Hund kommt, der zu euch passt.

 

Passt der Hund zu mir? Überlegungen des zukünftigen Halters.

Nicht jeder Hund passt zu jedem Halter. In jedem Fall muss man sich darüber im Klaren sein, dass man es mit einem Lebewesen zu tun hat, dass seine Zeit braucht um alles, was an Neuem auf es einstürmt, zu verarbeiten. Ein Hund kann unkompliziert und lieb sein, ein kluger und geduldiger Freund. Aber er kann auch Ängste mitbringen, den Staubsauger für einen gefährlichen Außerirdischen halten, bei Gewitter glauben der Hundehimmel fällt ihm auf den Kopf. Vielleicht denkt er auch alle Enten dieser Welt auf einen anderen Planeten scheuchen zu müssen oder das die Mülleimer eine tolle, stets gefüllte Fressstation zur Selbstbedienung sind, oder, oder, oder.

Ihr dürft ihm nicht böse sein, er weiß es noch nicht besser. Wir Hunde sind das, was ihr aus uns macht. Geduld und Hundeverstand sind die Zauberworte.

Dann gibt es da noch  die bei der Auswahl des neuen Lebensgefährten zu beachtenden rassetypischen Merkmale. Ein älteres Paar, dass einfach nur gemütliche Spaziergänge machen möchte, wird mit einem jungen, energiegeladenen Schlittenhund nicht glücklich werden und umgekehrt, während der nette Basset im besten Alter selig an der Seite der Rentner wäre.

Ein Hundeanfänger sollte sich kein dickköpfiges Alphatier anschaffen, dies möchte zu Leuten mit viel Erfahrung.

Jemand der häufig ohne Hund außer Haus muss, wird nicht glücklich mit einem Hund, der unter Verlustängsten leidet. Und der Hund auch nicht.

Jemand mit Katzen wird mit einem Katzenjäger Probleme bekommen, jemand, bei dem die berufliche oder familiäre Auslastung bereits sehr groß ist, sollte sich drei Mal durchdenken, ob er wirklich JEDEN Tag die sportliche Auslastung liefern kann, die ein junger Schlittenhund braucht.

Ihr seht worauf ich hinaus will liebe Menschen. Jedes Töpfchen braucht sein Deckelchen. Und kann es auch finden.

Dazu gehört im Vorfeld viel Ehrlichkeit sich selbst gegenüber – wenn ihr zum Beispiel freiwillig nie spazieren geht… seid ihr euch wirklich sicher, dass ihr es für euren  Hund jeden Tag tun werdet, auch wenn es kalt ist, regnet, ihr erkältet seid? Auch in 4 Jahren noch oder in 6,7,8?

Dazu gehört außerdem, dass ihr euch sicher sein müsst, einem Hund, der bereits ein trauriges Leben hinter sich hat, wirklich das schenken zu können, was ihm am meisten fehlt: Langfristige Zuverlässigkeit, ein Zuhause für immer gemeinsam durch dick und dünn gehen. Alles andere bricht uns Vierbeinern das Herz, denn wir werden euch im Laufe der Zeit unser ganzes Vertrauen schenken.

Weitere wichtige Überlegungen sind, dass euer Hund vor euch alt werden wird. Werdet ihr dann an seiner Seite stehen, ihm seine Altersmäckelchen erleichtern, eine Lösung finden, wenn er vielleicht die Treppen nicht mehr schafft oder damit Leben können, wenn mal ein Pipi daneben geht?

Um auf Hundelebzeit ein glückliches Gespann zu werden gehört auch dazu, nicht einfach nur nach der Optik des Hundes zu entscheiden, sondern nach seiner Persönlichkeit. Er muss vom Charakter zu euch passen, muss euch vom Wesen her ein bisschen ähnlich sein… auch vier krumme Beine können ein goldenes Herz tragen J. Und wenn ihr ihn liebt wird er für euch zum schönsten Hund auf Erden werden, das verspreche ich euch.

 

Woran erkannt man nun verantwortungsvolle Tierschützer?

Fragenkatalog

Verantwortungsvolle Tierschützer werden so einiges über euch wissen wollen, bevor sie euch ein Notfellchen anvertrauen. Sie werden euch bitten eine ganze Liste von Fragen zu beantworten, meist in Form einer Checkliste. Diese sind alle zweckdienlich. Es soll im Vorfeld abgeklärt werden, ob ihr euch die Anschaffung eines Hundes auch gut überlegt habt,  ob ihr die Voraussetzungen mitbringt, dem Tier gerecht zu werden und natürlich auch ob eure individuelle Situation und genau der Hund, für den ihr euch interessiert, gut zusammenpassen könnten.

Vorkontrolle

Weiterhin werden seriöse Tierschützer nicht nur per Telefon und E-Mail mit euch Kontakt halten, sondern auch noch eine Person ihres Vertrauens zu einem Besuch zu euch nach Hause schicken. D. h., wenn es von der Entfernung machbar ist, dann kommen sie auch selbst vorbei. Dies ist die sogenannte „Vorkontrolle“. Die Tierschützer tun dies nicht, weil sie euch persönlich misstrauen, sondern machen das bei jedem. Leider kommt es ab und zu mal vor, dass ein Interessent das Blaue vom Hundehimmel runter flunkert oder sich völlig falsch einschätzt, daher diese Absicherung.

Kontakt und gegenseitiger Informationsaustausch

Weiterhin werden die Tierschützer euch so viele Auskünfte wie irgend möglich über das betreffende Pelzgesichtchen geben, kein Problem damit haben, wenn ihr ihnen eurerseits Löcher in den Bauch fragt. Sie werden euch auch keine Informationen vorenthalten, auch über vielleicht vorhandene Erkrankungen ausführlich informieren. Bei Hunden aus dem Ausland werden sie die Vierbeiner einem Tierarzt vorstellen, sie auf dort vorkommende Krankheiten testen lassen. Ebenso werden verantwortungsvolle Tierschutzvereine über bereits bekannte Charaktereigenschaften berichten, egal ob gut oder schlecht.

Tierschutzvertrag

Wenn ihr und die jeweilige Tierschutzorganisation zu der Überzeugung kommen, dass der Hund, für den ihr euch beworben habt, auch gut zu eurer Familienkonstellation passt wird ein sog.  Schutzvertrag mit euch abgeschlossen. Dieser beinhaltet auch eine Klausel, die festhält, dass das Pelzgesichtchen wieder in die Obhut der Organisation zurückgegeben wird, sollte es aus irgendeinem Grund seine Adoptanten verlieren. Diese ganze Mühe dient nur einem Zweck: Hund und Halter sollen auf Hundelebzeit glücklich miteinander sein. Daher werden die Ansprechpartner der Organisation auch noch mit euch in Kontakt bleiben, wenn aus dem ehemaligen Notfellchen bereits euer Familienmitglied geworden ist. Wieder abgegeben zu werden, wäre ganz schrecklich für uns Vierbeiner. (Siehe: Überlegungen bevor ihr euch einen Hund anschafft). Daher muss im Vorfeld unbedingt geklärt werden, dass wir keine unüberlegte Spontananschaffung sind, weil das Foto von dem armen Hundchen doch so herzergreifend rührend war.

Schutzgebühr

Seid bitte auch nicht verwundert, wenn eine Schutzgebühr erhoben wird. Den Tierschutzorganisationen entstehen viele Kosten, die irgendwie beglichen werden müssen.  Hier nur mal ein paar davon: Viele Hunde haben noch keinen EU Pass, müssen erst noch gechipt, geimpft, entwurmt usw. werden, einige kastriert. Im Süden oder Osten lassen verantwortungsvolle Tierschutzorganisationen Mittelmeertests oder Ungarnprofile auf die jeweils vorkommenden Zeckenkrankheiten durchführen. Manche Pelzträger werden erst mal in Pensionen untergebracht werden. Für die meisten Hunde zahlen die Tierschützer Übernahmegebühren z.B. an die Tierschützer vor Ort, die die Erstverpflegung durchgeführt haben, erstatten die Kosten, die Tierauffangstationen entstanden sind oder kaufen Hunde aus Tötungsanstalten frei. Dazu können ärztliche Behandlungen und Medikamente anfallen, manchmal sogar kostspielige Operationen. Transportboxen müssen angeschafft und durch die Gegend geschickt, die Flüge oder Landtransporte für den Hund bezahlt, die Tierschützer im Ausland unterstützt werden. Jedes Notfellchen, das einreist braucht ein Halsband oder noch besser ein Geschirr. Alleine durch die Schutzgebühren, sind all diese Kosten gar nicht zu begleichen. Daher sind die Organisationen auch dringend auf Spenden und eigene Ideen angewiesen. Dass Team von Samojede in Not stellt z. B. diverse hübsche Artikel für Hundehalter her und verkauft sie.

Ankunft

Dafür, dass ein Notfellchen, egal ob aus dem In- oder Ausland nicht unbedingt hübsch onduliert, sondern auch mal schmutzig oder ungebürstet ankommen, eventuell sogar Ungeziefer mitbringen kann, habt bitte Verständnis.
Auch dafür, dass es wahrscheinlich nicht alle Kommandos perfekt beherrscht oder große Augen macht, wenn es zum 1. Mal in seinem Leben eine U-Bahn sieht. Vielleicht hat der frühere Halter auf dem Land gelebt und sich weder um Flöhe noch um gängige Kommandos geschert. Mit einem entsprechendem Shampoo, einer passenden Bürste und  Geduld sind diese Dinge alle in den Griff zu bekommen. Im Vorfeld schon mal nach einer guten Hundeschule Ausschau zu halten, ist auch immer eine gute Idee, egal woher man seinen Hund bekommt und wie alt er ist.

Gebt ihm am Anfang bitte, bitte Zeit.

Für ihn ist ALLES neu. Das Klima, die Gerüche, die Menschen, die Hunde. Nichts ist ihm vertraut. Dazu hat er oft eine traurige Zeit hinter sich, in der er Angst gehabt hat und Hunger leiden musste, ist vielleicht in einer Auffangstation gelandet, in der Einzelne wenig Zeit für ihn hatten und ihn das Gebell der vielen anderen verunsichert hat. Dann kommt er auf einen Flug oder Transport – Angst!!! „Was ist das, was geschieht mit mir?“

Bitte überfordert ihn nicht. Stürmt nicht mit zu vielen Eindrücken, Menschen, Hunden auf ihn ein, gebt ihm ein paar Tage sich einzugewöhnen und Vertrauen zu fassen. Gebt ihm in den ersten Tage viel Ruhe, bitte nimmt euch frei für ihn. Lasst ihm mal ein paar Nächte durchschlafen, manche Hunde leiden nach der Ankunft unter Schlafmangel und schrecken immer wieder mit Alpträumen aus dem Schlaf aus.

Fordert und verlangt in den ersten Tagen noch nichts von ihm… lasst ihn erst mal ankommen, in ein paar Tagen wird er euch schon von ganz alleine zeigen, was er alles kann und ihr werdet feststellen, dass euer Leben anders ist als zuvor. Vielleicht in mancher Hinsicht ein bisschen anstrengender, aber auch reicher. Und irgendwann werdet ihr euch gar nicht mehr vorstellen können, wie es war, als er noch nicht da war… die Persönlichkeit Hund. Ihr werdet ihn nicht mehr wegdenken können, werdet lächeln, wenn er euch begrüßt oder sich freut, werdet eine Beziehung aufgebaut haben, die genau so einzigartig ist wie ihr und euer Hund J.

Und denkt bitte daran… den Tierschützern, von denen ihr euren Hund bekommen habt, liegt er auch am Herzen. Nehmt sie bei Fragen mit ins Boot, sie werden euch Tipps geben. Vergesst sie aber auch in den guten Momenten nicht und sendet doch gelegentlich mal ein Foto eures pelzigenFamilienmitgliedes und ein paar Zeilen. Alle gewissenhaften Tierschutzvereine arbeiten ehrenamtlich. Zu wissen, dass aus einem ehemaligen ungewollten und ungeliebten Pechvogel nun ein geliebtes Familienmitglied geworden ist, ist der einzige Lohn, den sie für ihre Arbeit bekommen.

 

 

Einkaufs- und Geschenktipps

 

Liebe Menschen, wir ihr in der Rubrik „Tierschutz“ gelesen habt, ist es nicht einfach die Kosten für die Notfellchen zu decken. Daher fasse ich euch hier einige „SiN-volle“ Einkaufsideen zusammen.

 

Tipp 1

http://www.samojede-in-not.de/sinshop/

 

In unserem Shop findet ihr diverse tolle Sachen zum verschenken und behalten. Viele Artikel können mit dem Konterfei eures Hundes hergestellt werden.

 

 

Wie z. B. diese tolle Fransendecke, auf dem ihr 9 unterschiedliche Fotos eurer Hunde verewigen könnt.

 

 

Oder so eine Handtasche mit einem selbst gewählten Foto.

 

 

A Titel

 

Habt ihr den SiN Kalender 2016, mit den herrlichen „Happy Sammy Bildern“  noch nicht bestellt? Er ist noch auf Lager.

 

Tipp 2

http://www.dream4dog.de/shop/page/10?sessid=KBJ9K2Utn01pZ5b1u5CV91ZKQA3fN27XgrCfy34m3ISFHxGTdXh9BTFdtjcvp59a&shop_param=

 

 

Unter diesem Link findet ihr schöne Kissen für eure Hunde und vieles mehr.

 

 

Bei der Bestellung eines Hundekissens bitte „SiN“ dazu schreiben. Damit werden die Notfellchen großzügig unterstützt. (-;

 

Tipp 3

 

Bestellungen bitte über simone@samojede-in-not.de

 

die-hunde-freunde-geschenke

Von Bestellungen über diesen Shop partizipiert SiN ebenfalls.

 

Tipp 4

 

Über Simones email bekommt ihr auch den Kontakt zu unserer Sammywollekünstlerin, die euch sowohl richtige Wolle aus den ausgebürsteten Haaren spinnt, als auch Mützen, Handschuhe, Armstulpen usw. daraus strickt.

 

Tipp 5

Hundehoroskope:

Hier stellen wir etwas ungewöhnliches vor. (-; Die Astrologin hat  eine Samojedenhündin und schon diverse Halter mit ihren Aussagen über deren Hunde verblüfft. Für ein Hundehoroskop berechnet sie 25 €, worin eine Tierschutzspende enthalten ist. Nachfolgend eine kleine Geschichte von ihr:

Hui…. endlich ist es soweit. Ein neues Familienmitglied, ein mittelbraunes Wuschelmonster, soll nach langem Warten bei Familie Heinrich einziehen. Sie haben lange darauf gewartet, umso größer ist die Vorfreude auf ihre „Nela“.

Nach einer gewissen Eingewöhnungsphase (auf beiden Seiten) und ein paar kläglichen Erziehungsversuchen, stellte sich sehr schnell heraus, dass  Nela überaus neugierig ist und sehr interessiert an allem und jedem, per se mit jedem per „du“. So schnell wie sie sich für neue Dinge begeistern konnte waren diese am nächsten Tag schon wieder passè.

Zuhause in den eigenen vier Wänden allerdings ist sie sehr anhänglich, verschmust und  sensibel.

Nachdem Frau Heinrich eher ein zurückhaltender Mensch ist, hat sie das Verhalten ihrer Hündin doch verwundert und des Öfteren an Grenzen gebracht. Auf einmal „musste“ sie beim Gassigehen flexibel sein und teilweise Unterhaltungen pflegen, da Nela überall „Grüss Gott“ sagt. Und zuhause wird ihre Gefühlswelt gehörig aufgerüttelt.

Zu erwähnen ist noch, dass Frau Heinrich eifrig die Hundeschule besucht und die Grundkommandos soweit auch bei Nela „sitzen“.

Trotz eifrigstem Einsatz wäre ihr zu diesem Zeitpunkt zusätzlich eine Hilfestellung zum Thema „wie gehe ich mit meinem Hund richtig um, bzw. was hab ich mir hier ins Haus geholt“, sehr wichtig erschienen. Etwas, dass ihr konkret helfen würde den individuellen Charakter Ihres Hundes besser zu verstehen.

Einige Wochen später war Frau Heinrich zu ihrem Damenkränzchen eingeladen, bei dem sie natürlich stolz von ihrer Hündin Nela erzählte. Als man so ins Plaudern kam, berichtete ihre Freundin von einem außergewöhnlichen Geschenk, welches sie zum Geburtstag bekommen hatte.

Es handelte sich um ein Hundehoroskop ihrer Hündin Snoopy. Sie lachte und meinte: …seitdem ich das gelesen habe, kenne ich den Charakter meines Hundes viel besser und kann dementsprechend besser mit ihr umgehen/bzw. sie fördern. Somit hat sich unser Verhältnis Hund/Mensch noch verbessert und wir sind beide glücklich.

Nun wurde die Gruppe neugierig und wollte dazu mehr erfahren.

Wenn Sie dazu  mehr wissen möchten, werfen Sie doch einen Blick in das Horoskop Ihres Hundes. Sie erfahren hier Charaktereigenschaften Ihres Lieblings und können Ihren Vierbeiner individueller fördern und umgehen. Fortgeschrittene können einen Schritt weitergehen und ihren Hund als Spiegel betrachten, der uns parallel dazu viel über uns selbst erzählt…….

Bei Interesse bitte direkt an Uschi wenden:

uschishundehoroskop@freenet.de

 

Tipp 6

Schutzengelchen

 

http://www.schutzengelchen-os.de/kontakt.html

Bei einer Bestellung bitte: „Samojede in Not“ angeben.

 

Tipp 7

Hier führen wir Links zu Geschäften auf, in denen eine Spendendose für SiN steht. Also herzlich gerne dort feine Sachen einkaufen gehen (-;

http://www.sigrids-futterkiste.de

Weitere Einkaufsmöglichkeiten/Geschenkideen,  von denen die Notfellchen partizipieren findet ihr hier:

http://www.samojede-in-not.de/index.php?page=helfen

 

Die Welpenphasen

Die neonatale Phase

Beginnt mit unserer Geburt und dauert bis die Welpchen ihre Augen öffnen und hören können. Dieser Zeitpunkt kann ein wenig differieren, nach etwa 14 Tagen ist es soweit.

Bei der Geburt sind Hundewelpen also noch blind und taub. Die Kleinen können aber von Anfang an warm und kalt unterscheiden, zeigen trotz verschlossener Ohrkanäle eine Schreckreaktion auf laute Geräusche und sind in der Lage Laute von sich geben. Dies tun sie in der Regel, wenn sie von der Mutter oder den Wurfgeschwistern getrennt werden, etwa wenn sie gewogen werden sollen. Dies zählt zu unseren angeborenen Reflexen wie schlafen, saugen und ausscheiden. Letzteres stimuliert unsere Hundemama durch „Massagen“ unserer kleinen Körper mit ihrer Zunge, was wir sehr genießen

In dieser Phase brauchen Mama und Babys noch ganz viel Ruhe, die Kleinen sehr viel Schlaf. Es ist dringend angeraten noch keinen Besuch zu der Hundefamilie zu lassen, so niedlich sie auch sind. Nur der Züchter darf sich mit ihr beschäftigen, er wird die Wurfkiste sauber halten, den Nabel vom Nachwuchs kontrollieren, die Kleinen wiegen und ihr Gedeihen im Auge behalten. Bei der Mama beobachtet er den Wochenfluss und die „Milchbar“, also das Gesäuge.

Die Übergangsphase

Ist die Bezeichnung für die anschließende Woche. Sie endet, wenn die Hörfähigkeit vollständig ausgeprägt ist und dauert ungefähr bis zum Ende der dritten Lebenswoche. Erst dann können die Hundewelpen die optischen und akustischen Reize richtig verarbeiten. Somit erhalten Umweltreize eine Bedeutung für die Zwerge. Jetzt werden auch Streicheleinheiten des Züchters als angenehm erkannt und der Nachwuchs kann eine positive Verknüpfung zum Menschen erstellen. Die Bewegungsabläufe werden gegen Ende der Übergangsphase kontrollierter, die Kleinen können auch ohne Mamas Massage Harn und Kot ausscheiden und die Schlafperioden werden kürzer. Zuvor lag das kleine Rudel zwar schon gerne aneinander gekuschelt in der Wurfkiste, aber nun beginnen die Welpen bewusst Kontakt miteinander aufzunehmen.

Die Prägungsphase

Sie endet mit der siebenten Woche. Nun wird es in der Wurfkiste turbulenter und die Kleinen fangen an sich teils lauthals zu fragen, was es außerhalb zu entdecken gibt. Die Sinnesorgane sind vollständig ausgeprägt und die kleinen Wesen fangen an, sie mit Begeisterung zu nutzen. Sie beginnen sich wie „echte“ Hunde zu verhalten. Es ist übrigens ein Irrglaube anzunehmen, dass bei uns in Hundehausen eine Beißhemmung angeboren ist. Zwischen der dritten bis zwölften Lebenswoche wird diese durch Erfahrung erworben. Die Welpen agieren nun richtig miteinander, toben, geben Knurr- und Bellaute von sich, testen aus wie weit sie bei den Geschwistern gehen können und lernen die Hundesprache mit allen Ausdrucksmöglichkeiten. Auch die Mutter wird gerne in ihre spielerischen Aktionen miteinbezogen. Der Züchter lässt die Kleinen in dieser Phase einen neuen Teil der Welt entdecken, die Wurfkiste genügt ihren Ansprüchen nicht mehr.

Jetzt ist außerdem der ideale Zeitpunkt erreicht um weitere Menschen kennen zu lernen, die den Kleinen wohl gesonnen und geschickt im Umgang mit ihnen sind. Die Welpchen sollten nun viele positive Eindrücke von den Menschen gewinnen. Es darf also nach Herzenslust gespielt, runde, süße Babybäuche gestreichelt und geschmust werden. Wenn ein Welpe dich mit den spitzen Zähnchen zwickt, gib einfach einen lauten Quietschton von dir, wie es seine Geschwister tun. Hört er auf, lobe ihn bitte innerhalb sofort. Gegen Ende der Prägungsphase bietet sich auch erstmalig der Einsatz von welpentauglichem Spielzeug an. Im Übrigen ist erhöhte Vorsicht geboten, denn die Kleinen bekommen nun großen Spaß daran die unmöglichsten Dinge auf ihre Bissfestigkeit zu testen….

 

 

Die Sozialisierungsphase

Sie endet mit der 12. bis 16. Lebenswoche, diesbezüglich finden sich in der Fachliteratur unterschiedliche Angaben.

In dieser Zeit zieht der Welpe in seinem neuen zu Hause ein. Bitte bedenke, dass dies ein großer Schritt für unsereins ist. Alles ist neu, der Kleine verliert seine bisherige Familie und die gewohnte Umgebung. Besuche am Besten den Züchter im Vorfeld, auch wenn er weiter weg leben sollte. Es wird sich in jeder Hinsicht lohnen. Dein künftiges Familienmitglied und du lernen sich früh kennen und einen Wurf Welpen zu beobachten und sich mit ihm beschäftigen zu dürfen ist ein zauberhafter Zeitvertreib.

Der Welpe lernt nun ausgiebig mittels Erziehung durch den Menschen das Zusammenleben im Familienverband. Mit positiver Bestärkung werdet ihr gemeinsam schnell Fortschritte machen. Ein Unmutslaut und abwenden bedeutet: das war nicht gut mein Kleiner, freudiges Lob spricht für sich. Wichtig dabei wäre zu beachten, dass der Hund nur eine Verknüpfung zu deiner Reaktion herstellen kann, wenn diese innerhalb von zwei Sekunden erfolgt. Bitte erkundige dich im Vorfeld schon nach Welpenkursen in deiner Umgebung. Selbst wenn dies nicht dein erster Hund ist und du keine Hilfestellung bei der Erziehung benötigst, wird das Sozialverhalten deines Hundes durch den Kontakt mit etwa gleichaltrigen Welpen weiter gefördert. Begegnungen mit erwachsenen Hunden sind ebenfalls förderlich. Vielleicht wird der Kleine, wenn er mal zu übermütig ist, von einem erwachsenen Hund zu recht gewiesen, bedenke bitte, dass es den Welpenschutz nur im eigenen Rudel gibt. Alte Hunde müssen sich manchmal gegen lebhafte Attacken vor den übermütigen Zwergen schützen, sie könnten zum Beispiel aufgrund altersbedingter Gelenkbeschwerden, mangelnder Standhaftigkeit, schlicht umfallen und sich verletzen. Aber es ist wichtig, dass dein neues Familienmitglied nun umfangreiche Erfahrungen an der Seite der Person seines Vertrauens sammelt. Dies allerdings ohne bereits lange Spaziergänge zu meistern oder große Sprünge zu machen. Das Skelett des noch im Wachstum befindlichen jungen Vierbeiners muss sich erst festigen. Gelenke und Knochen dürfen nicht überfordert werden, damit nicht der Grundstein für spätere Folgeerkrankungen gelegt wird. Bespreche dies am besten mit deinem Züchter, dem Ansprechpartner aus dem Tierschutz oder Tierarzt.

Sollte das kleine Pelzgesicht noch nicht stubenrein sein, bitte vergiss um „Hundes Willen“ die alte Mähr vom: „stupsen wir ihn mit der Nase in die Pfütze.“ Dein Hund versteht zum einen nicht was du damit bezweckst und zum anderen wird er das gerade entstehende Vertrauen in dich wieder verlieren. Wenn du deinen Welpen auf frischer Tat ertappst, bring ihn einfach unverzüglich dorthin, wo das Geschäftchen machen erwünscht ist. Wann immer es dort klappt, zeige ihm deine große Freude darüber bitte deutlich, auch wenn der Nachbar sich an die Stirn tippt, er hat im Gegensatz zu dir einfach keine Ahnung was für deinen Wonneproppen gut ist.

Weiterhin traurig ist der Glaube einen Hund am Nacken zu schütteln sei eine artgerechte Erziehungsmaßnahme. Nur Beute wird vom Hund im Genick gepackt und geschüttelt. Wenn du deinem Jungspund also das Gefühl vermittelst er sei „Beute“ für dich, dann wird das seinem Vertrauen in dich empfindlich schaden und du wünscht dir doch: „einen Freund fürs Leben“ und wir uns auch! (-:

 

 

Namensfindung:

Ihr habt den schönen Entschluss gefasst euer Leben künftig mit einem mobilen Flokati wie mir zu teilen. (-:

Unter all den Fragen die euch beschäftigt haben oder noch zu beantworten sind, dürfte eine sein bei der die Geschmäcker ganz besonders auseinander gehen können. „Wie soll er oder sie heißen?“ Schwierig genug in einer Familie auf einen Nenner zukommen. Papa will „Max“, Mama liebt „Mozart“, das Töchterchen begeistert sich für „Wölfchen“. Entsprechend schlagen sie gemeinsam „Wölfchen-Amadeus“ vor und der Sohnemann, gerade in der Dschungelbuch-Phase, kann sich keinen anderen Namen als „Balou“ vorstellen. Mitten in die hitzige Diskussion platzt Onkel Tom der Freizeitkomiker und steuert als Namensidee: „Hallo“ bei.

„Jaul“ – langsam liebe Menschen! Bedenkt bitte zunächst, dass ihr diesen Namen sehr oft benutzen werdet. Um erst mal Onkel Toms Vorschlag vom Tisch bzw. Hundeohr zu haben, stellt euch vor, was beim Gassi gehen passiert. „Hallo“ sprintet fröhlich in Richtung etwas für euch Unerfreulichem und ihr ruft: „Hallo, hier!“ Sämtliche Spaziergänger werden stehen bleiben und sich fragen, was ihr von ihnen wollt und noch dazu in diesem strengen Ton?

Papas favorisierter Name „Max“ ist hingegen sowohl für Menschen als auch Hundekinder sehr beliebt. Aber wollt ihr wirklich, dass euch fragende Blicke aus Kinderaugen treffen und der Namensvetter vom Nachbarn auch gleich angerannt kommt?

Zum Vorschlag von den beiden Frauchen in spe: Verzeihung Herr Mozart, aber auf „Wölfchen-Amadeus“ zu hören würde meinen Hundekumpeln genauso schwer fallen wie mir. Der Name ist viel zu lang! Stellt euch nur die ungeduldigen anderen Halter in der Hundeschule vor. Max, Paul und Luna liegen alle schon im Platz, während ihr noch nicht mal mit dem zweiten Namensteil Amadeus fertig seid und euer Hund krampfhaft überlegt was er tun soll…

Wenn ich der pelzige Neuzugang in der Beispielfamilie wäre, dann würde ich mir wünschen der Sohn setzt sich durch, denn der Name hat nur zwei Silben, es sind die Vokale „a“ und „o“ enthalten und er klingt weich und freundlich. Alles Kriterien die uns Hunden wichtig sind!

Solltet ihr einen Hund in eure Familie aufnehmen, der bereits einen Namen hat auf den er gut hört, überlegt bitte, ob ihr euch mit dem nicht anfreunden könnt. Wenn der Name euch so gar nicht zusagt, dann findet ihr vielleicht einen der für euren Vierbeiner ähnlich klingt und euch besser gefällt. So könnte z. B. aus einem zugegebener Weise eigenartigem „Bikini“ ein „Akiniy“ werden. (-;

Überlegungen bevor ihr einen Hund aufnehmt

Liebe Menschen, mit diesem Thema ist es mir so Hundeernst, dass ich sogar das gerade durch unseren Garten rasende Eichhörnchen ignorieren werde, bis ich fertig bin! Bevor ihr einem Vierbeiner ein zu Hause gebt, setzt euch bitte, bitte gründlich mit einigen Punkten auseinander, denn es bricht unsere Herzen, wenn wir falsch verstanden und behandelt werden, sich keiner wirklich um uns kümmert oder wir sogar wieder abgegeben werden!

Seid ihr also absolut sicher ein Hundeleben lang die Verantwortung für euer Pelzgesicht tragen zu können? Sind sich alle Familienmitglieder diesbezüglich einig und bereit an einem Strang zu ziehen?

Habt ihr genug Zeit für ein Fellknäuel mit all seinen Ansprüchen?

Wenn ein Hund, egal welchen Alters, zu euch zieht, dann sollte zumindest ein Familienmitglied wenigstens zwei Wochen ganz viel Zeit haben, um ihm die Eingewöhnung zu erleichtern. Welpen möchten das alleine sein ganz langsam erlernen. Später gilt, einen Einzelhund bitte nicht länger als vier Stunden sich selbst zu überlassen, bei mehreren Hunden wären fünf Stunden vertretbar. Allerdings sollte vorher ein toller Spaziergang gemacht werden und ehrlich gesagt sind wir am liebsten in der Nähe unserer Menschen.

Außerdem gilt: ein Garten ist kein Ersatz für Spaziergänge! (Gilt auch für Gärten, in denen man Eichhörnchen TV gucken kann). Davon abgesehen, dass es nicht schön ist unsere Geschäfte dort verrichten zu müssen, ist es uns ein großes Bedürfnis, uns die Düfte der großen weiten Hundewelt um die Nase wehen zu lassen. Pelzige Kumpel zu treffen um Sozialkontakte zu pflegen. Mit unseren Menschen etwas unternehmen zu dürfen und mit ihnen zu spielen und zu arbeiten. Zwei Stunden um uns „draußen“ zu bewegen sollten täglich drin sein, (was auch eurer Gesundheit soooo gut tut) wobei diese Zeitangabe für ausgewachsene Hunde gilt und rassespezifisch variieren kann. Ein Pekinese braucht natürlich weniger Bewegung als ein Wind- oder Schlittenhund, die im besten Alter mit 2 Stunden nicht auf ihre Kosten kommen. Aber auch die kleineren Hunde wollen was erleben und nicht zum Leben als Couchpotato verdonnert werden. Hinzu kommen noch die Zeit für die Fellpflege, die täglichen Streicheleinheiten, außerdem zumindest bei den Welpchen und Junghunden die Erziehung, wobei es auch für die Älteren durchaus noch etwas zu lernen geben kann.

Ist euch bewusst, dass jedes Alter eine andere Herausforderung darstellt?

Vom Welpen bis zum Senioren werdet ihr gemeinsam einen langen Weg beschreiten. Die Ansprüche eures Hundes werden sich ändern und ihr müsst ihnen gerecht werden. Während der Welpe zunächst auch in der Nacht raus muss und noch ganz viel lernen möchte, wird der einjährige Vierbeiner vielleicht testen wollen, wo seine Grenzen liegen und benötigt zur Auslastung spezielle Aufgaben. Der alt werdende Gefährte könnte diverse Wehwehchen oder auch ernst zu nehmende Beschwerden bekommen, auf die Rücksicht genommen werden muss. Irgendwann könnte ihm das Treppen steigen nicht mehr möglich sein. Denkt bitte schon bei der Anschaffung daran, dass ihr euren Hund später eventuell mal rauf und runter tragen müsst. Ein Bernhardiner ist somit schon mal ein ungeeignetes Haustier für eine Etagenwohnung im dritten Stock ohne Lift.

 Ist ein unbeschwertes Hundeleben auch in finanzieller Hinsicht garantiert?

Krankheiten können jeden Hund, egal in welchem Alter und ob vom Züchter oder aus dem Tierschutz ereilen. Sind die nötigen Behandlungen finanziell abgesichert oder die Kosten für den Abschluss einer Hundekrankenversicherung im monatlichen Etat vorhanden?

Habt ihr die generellen Ausgaben als Hundehalter zusammen gerechnet? Es bleibt ja nicht bei den Erstanschaffungskosten wie Leine, Geschirr oder Halsband, Hundebett oder Decke und Spielzeug. Aus einigen nötigen Dingen wächst ein Zwerg raus, andere werden vielleicht Opfer seines Forscherdrangs. Dazu kommen Näpfe, tägliches Futter, Hundesteuer, Haftpflicht und idealer Weise eine Krankenversicherung. Bei letzterer können vielleicht nötige Operationskosten oder alle Eventualitäten inklusive Impfungen und Wurmkuren beinhaltet sein. Weiterhin ist zumindest ein Welpenkurs fällig, vielleicht noch ein anschließender für Junghunde oder euer vierbeiniger Freund sollte mittels ‚Agility’, ‚Obedience’ oder anderen Aktivitäten ausgelastet werden. Oh weh, „ganz lieb guck“, günstig sind wir nicht, aber dafür kann man mit uns sehr glücklich werden (-:

Könnt ihr damit leben, dass ein pelziger Innenarchitekt mit recht individuellen Vorstellungen bei euch einzieht?

Seid euch bewusst, dass auch der niedlichste Welpe der Welt eine ganz andere Meinung zum Thema „schöner wohnen“ haben kann als ihr. Er ist verspielt und neugierig und will vieles mit den Zähnchen erkunden. Vielleicht möchte er raus finden, wie euer Ledersofa schmeckt oder mit den Vorhängen kämpfen, die der Wind über seinen Rücken bläst? Er wird auch noch das eine oder andere „Geschäft“ zu Hause entrichten. Den See- oder Häufchenverursacher dort hin bringen wo das entleeren erwünscht ist (ganz doll loben, wenn es dort klappt!). Anschließend gründlich putzen, damit der Geruch für die empfindliche Hundenase nicht mehr wahrnehmbar ist. Bei einem Parkettboden über die kluge Wahl des Fußbodenbelags freuen, bei einem Teppich die Ruhe bewahren. Der teuere Perser sollte für eine gewisse Zeit lieber im Keller verschwinden, bevor der Familienzuwachs die Pfötchen das erste Mal ins neue Heim setzt. Dies nicht nur weil der Welpe auslaufen kann, auch die Fransen dürften als verführerisches Spielzeug in Betracht kommen.

Irgendwo herum liegende Dinge wie Kinderspielzeug, Schuhe, Portemonnaies, sogar Handys laden zum anknabbern ein. Im schlimmsten Fall können Teile davon verschluckt werden und euer sich als Müllschlucker outender Neuzugang lernt die Tierklinik früher kennen als ihm und euch lieb ist. Manche Hunde machen vor gar nichts Halt!

Irgendwann wird euer Kleiner stubenrein sein und wenn man nicht zulässt, dass er sich ernsthaft langweilen muss, auch Abstand davon nehmen den Hausrat mit den Zähnchen zu bearbeiten. Aber sowohl der junge, als auch der ausgewachsene Hund werden gelegentlich die Chance bekommen  mit schmutzigen Pfoten durchs traute Heim zu pesen oder sich mit Matsch im Fell genüsslichem am hellen Sofa zu reiben. Vielleicht denkt euer vierbeiniges Familienmitglied auch der Schmuck am Weihnachtsbaum wäre ausschließlich zu seinem Entertainment da und ihr müsst Weihnachtskugelpuzzle einsammeln. Ihr solltet also auf jeden Fall damit leben können, dass Hunde einen richtig akkuraten Haushalt nicht ernsthaft zu würdigen wissen. Aber was ist so ein bisschen Unordnung und Schmutz schon gegen das große Glück mit einem Hund Leben zu dürfen? (-:

Was seid ihr für Urlaubstypen?

Meine Hundekumpel und ich möchten uns äußerst ungern häufig oder lange von unseren Menschenfamilien trennen. Das heißt, wenn es nach uns geht, habt ihr in eurem Urlaub noch mehr Zeit für uns. Großes Hundejuchu (-: Wenn euer pelziger Kamerad aus irgendeinem Grund mal nicht mit kann, dann braucht ihr einen guten Hundesitter. Bitte die Lösung dieses Problems nicht auf die leichte Schulter nehmen. Eure 84jährige Oma mag zwar noch rüstig sein, aber ist sie eurem Hund wirklich gewachsen? Wenn ihr einen sehr braven Zwergpudel habt, der artig bei Fuß geht, Oma mehrere Spaziergänge bei Wind und Wetter täglich liebt und die zwei sich davon abgesehen „gut riechen“ können, dann wäre das eine Lösung, solange die alte Dame so fidel ist. Aber auch sie könnte mal die Grippe oder eine andere Menschenkrankheit bekommen und ausfallen oder einem 30 Kilo-Powerpaket wenig entgegen zu setzen haben…

Es gibt inzwischen den Berufszweig Hundesitter beziehungsweise –pension.

Aber auch hier gilt: Hund und Pflegestelle müssen zueinander passen.

Erkundigt euch bitte genau, was eurem Vierbeiner während eurer Abwesenheit geboten wird. Das Spektrum der Angebote reicht von Zwingerhaltung über Familienanschluss. Manchmal sind schöne Spaziergänge mit eingeschlossen. Bei einigen Anbietern müssen sie separat bezahlt werden. Läufige Hündinnen sind schwer unter zu bringen, unkastrierte Rüden werden auch nicht überall gerne gesehen und während der Schulferien sind einige Hundesitter frühzeitig ausgebucht. Ist also alles nicht ganz so einfach und ihr wollt doch für euer Pelzgesichtchen nur das Beste, wenn es schon für eine gewisse Zeit vom Familienverband ausgeschlossen wird.

Solltet ihr Weltenbummler sein, die häufig und ausgiebig kreuz und quer über den großen blauen Ball fliegen, dann stellt den Wunsch nach einem Hund bitte zurück, bis ihr sesshaft werdet. Ihr wollt doch kein Fellherzchen unglücklich machen.

Generelle Fragen:

Familienverbände können sich irgendwann ändern. Kinder ziehen aus, Ehepaare trennen sich manchmal oder ein Baby wird erwartet. Wäre trotzdem sichergestellt, dass das Pelzbündel sein zu Hause nicht verliert und unter den neuen Bedingungen nicht zu leiden hat?

Ist der Vermieter mit der Hundehaltung einverstanden? Bitte lasst das schriftlich absegnen, bevor ihr nach einem von uns Ausschau haltet.

Schafft ihr es euch auch den weniger prickelnden Herausforderungen zu stellen wie: Häufchen aufsammeln und Zecken entfernen?

Ist es ausgeschlossen, dass ein Familienmitglied allergisch auf den Traumhund reagiert?

Seid ihr euch bewusst, dass Hund nicht gleich Hund ist, sondern es rassespezifisch große Unterschiede gibt. Daher bitte niemal seinen Hund auf Grund seiner optischen Erscheinung aussuchen. Viel wichtiger ist, dass er vom Wesen zu euch passt. Bitte erkundigt euch gründlich über die typischen Bedürfnisse und Eigenschaften der Rassen.

Wenn diese Dinge euch selbstverständlich erscheinen, dann möchte ich meinen Lieblingsknochen darauf verwetten, dass ihr einer sehr glücklichen Zeit mit eurem neuen Familienmitglied entgegen seht.

Und nun kann ich mich nicht mehr beherrschen, ich muss jetzt dieses unmögliche Eichhörnchen aus unserem Garten verscheuchen!

 

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