Aktuelles 22. Januar

Ein liebes Hallo zusammen,

wir haben ja sehr häufig vorher-nachher Fotos, in denen sich optisch furchtbar zugerichtete Sammys in absolute Schönheiten verwandeln. Heute möchte ich von der seelischen Entwicklungen einiger Hunde erzählen. Zunächst geht es um Lars, der bei uns 2015 als Zipi auf der Homepage stand. Mitte Okt. 15 schrieb Silvia in unser online Büro:

Zipi ist sehr ängstlich, verkriecht sich im ganzen Haus. Beim Spaziergang klemmt er die Rute zwischen die Beine, traut sich gar nicht zu schnüffeln und will nur schnell wieder zurück. Er braucht noch viel Zeit um einem Menschen zu vertrauen. Er ist auch schreckhaft, lässt sich zwar anfassen und streicheln, kann das aber nicht genießen.

Er durfte in eine unserer erfahrensten Pflegestellen. Endlich ging es Stück für Stück ein bisschen besser, aber er war noch weit davon entfernt ein entspannter Hund zu sein, als er im Februar 16 adoptiert wurde.

Im Mai wurde diese Info bei uns festgehalten, sie kam von seinem Herrchen.

Lars  wiegt 18,6kg. Lars hat definitiv ein „Problem“ mit Männern, da er mit der gesamten Familie spielt und „Schwanzwedelt“ (!!!) solange ich nicht im Sichtfeld bin.
Uns alle erstaunt welche Fortschritte Lars in dieser kurzen Zeit gemacht hat und er macht uns weiterhin jeden Tag viel Freude und wir ihm auch.

Aber sein Adoptant hat nicht aufgeben sich sein Vertrauen zu erarbeiten. Kürzlich haben wir uns geschrieben und ich habe um eine kleine Zusammenfassung gebeten. Hier ist sie:

 

 

Nach 5 Jahren hat er zum ersten Mal gebellt, macht er aber nach wie vor nur zu Hause
– er hat von mir (Mann) ca. 1,5 Jahre keine Leckerlie genommen

Lars ist inzwischen ein ausgeglichener Hund, liebt Menschen um sich, kann ohne Leine (nur bei mir) Gassi gehen, ignoriert Katzen, Rehe, Füchse etc. Versteht sich mit allen anderen Rassen, kann sich inzwischen gegen zuviel Spieltrieb anderer Hunde wehren (faucht). Kann immer noch nicht Geruch und Gehör zuordnen, ohne Sicht (durch Büsche sehe ich ihn), hört er mich, weiß aber nicht woher der Ruf kommt, wenn ich aus der Deckung gehe und ihm winke, kommt er freudestrahlend auf mich zu. Dasselbe mit dem Geruchssinn, wenn (im Haus) Leckerlie versteckt werden, ist er ganz aufgeregt und schnüffelt, findet aber erst das Versteck auf Fingerzeig.

 

 

Ein weiterer schwieriger Fall war Askan. Wir hatten ihn 2018 übernommen und ihn Moon getauft. Wir haben einige Zeit gebraucht, um ihn halbwegs beurteilen zu können, denn er war recht „verhaltensoriginell“.  Letzendlich kam Eva zu folgendem Schluß:

„Moon hat warscheinlich durch Gewalteinwirkung einen Schaden im Gehirn. Er fährt schnell hoch, läst sich leicht ablenken und kann sich nicht konzentrieren.“ Aber auch er hatte letztendlich großes Glück! Ein mit schwierigen Hunden sehr erfahrener Adoptant von uns, war bereit ihn in Pflege zu nehmen. Um es vorweg zu nehmen, Askan, ein wie es uns inzwischen erschien unvermittelbarer Hund,  durfte in Pflege auf Lebzeit bleiben (-: Vor 10 Tagen schrieb Richard, der nicht aufgegeben hat:

Unser autistischer SIN Patenhund Askan, entwickelt sich immer weiter. Seit ein paar Tagen darf ich ihn in einem guten Moment richtig drücken und knuddeln. Knuddeln war ja schon vorher. Aber ihn richtig in den Arm nehmen und an mich drücken ging bisher noch nie oder nur mit sofortigem Protest und Unsicherheit. Manchmal kommt er jetzt sogar zu mir und stupst mit der Nase meine Hand. Dann legt er sich auf den Rücken und streckt den Bauch hin.

All das ist nur dank EUCH, den Paten von Askan und Spendern möglich geworden. Das er einmal soviel Lebensqualität erfährt, hätte wohl niemand zu Beginn erwartet.
Für die Unterstützung, meinen herzlichsten Dank an alle Paten, Gönner und Spender, welche Askan so gut dabei unterstützen.
Es ist für uns jeden Tag eine riesen Motivation und Freude zusehen, dass Askan nicht nur uns und SIN am Herzen liegt sondern auch vielen anderen Menschen.
Auch unsere Eva Gegerle lernte ich übrigens über einen Hund kennen, dessen Wesen so gar nicht samojedig schien. Was wir von Candas wussten war, dass er im Tierheim übel verprügelt wurde. Eine befreundete Tierschützerin holte ihn dort raus und brachte ihn nach Deutschland. Candas war weder ängstlich wie Lars, noch so verwirrt wie Askan. Er war ein gestandener Kerl und biss schlicht zu, wenn ihm was nicht passte. Wir suchten  Hilfe bei Tino (Tierschutz Odenwald) die schon vielen verhaltensauffälligen Hunden geholfen haben.  So wie wir, haben auch sie private Pflegestellen und so kam Candas zu Eva. Für mich, die ich fast ausschließlich mit den üblichen netten Sammys zu tun hatte, öffnete sich eine neue Welt. Eva hatte und hat ein riesiges Herz für die heftigsten Rabauken und schafft es diese auch zu händeln. So wurde Candas zwar kein Lämmchen, aber sie fand Zugang zu ihm und er veränderte sich für seine Verhältnisse sehr zum positiven. Er war  da angekommen, wo er verstanden und auf seine Art glücklich wurde. Als Eva ihn schließlich adoptierte, flossen bei mir die Freudentränen,  da er ihr Herzbluthund geworden war.
Besondere Hunde wie Candas, Lars und Askan brauchen besondere Menschen und ich bin unendlich dankbar, dass immer wieder welche den Weg zu uns, bzw. zu den speziellen Hunden finden, um genau die aufzufangen, die sich  anderes verhielten, als wir das von den Sammys normalerweise gewohnt sind.
Zum Schluß für heute habe ich noch ein neues Video von meinem kleinen Liebling Lola, die auch ein klein  bisschen besonders war,  aber sie hat sich so toll gemacht. Ist einfach  liebenswert  und  hat leider trotzdem noch keine Adoptanten gefunden )-:
Bis zum nächsten Wochenende und liebe Grüße,
Simone

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