Ein liebes „Hallo“ erstmal in die Runde,
nachdem Simone euch letzte Woche schon ein bisschen von unserem diesjährigen Samojede in Not Treffen in Pirmasens berichtet hat, möchte ich euch heute noch einmal mitnehmen – und zwar aus meiner ganz persönlichen Sicht. Denn für mich ist dieses Wochenende inzwischen etwas ganz Besonderes.
Seit rund drei Jahren bin ich nun offiziell als Ansprechpartnerin im Team von Samojede in Not tätig und durfte in dieser Zeit einige unserer Schützlinge auf ihrem Weg in ihr neues Zuhause begleiten. Man fiebert mit, führt Gespräche, beantwortet Fragen, organisiert, hofft, freut sich – und manchmal liegt einem ein Hund während dieser Zeit ganz besonders am Herzen. Und dann steht man plötzlich auf unserem Treffen und genau dieser Hund kommt einem entgegen. Mit seinen Menschen. Glücklich. Angekommen. Geliebt. Ich glaube, schöner kann Tierschutz kaum sein.
Ein kleines Jahres-Highlight mit großer Bedeutung. Unser SiN-Treffen ist für mich mittlerweile tatsächlich eines meiner persönlichen Jahres-Highlights. Ein Wochenende, aus dem ich jedes Mal unglaublich viel Kraft und Motivation mit nach Hause nehme. Denn Tierschutz ist nicht immer nur rosig. Wir sehen auch Elend, hören Geschichten, die uns beschäftigen, und erleben Situationen, die einem manchmal noch lange im Kopf bleiben oder müssen schweren Herzens Entscheidungen treffen, die wir gerne vermeiden würden. Dazu kommt, dass wir alle unsere Arbeit für Samojede in Not ehrenamtlich neben Beruf, Familie, eigenen Tieren und Alltag machen. Ich selbst arbeite Vollzeit – und wie vermutlich jeder im Team weiß: Ein Tag hat leider auch für Tierschützer nur 24 Stunden. 😉 Umso wertvoller sind diese Tage, an denen all das für einen Moment in den Hintergrund rückt. Denn sobald man auf den Platz kommt, überwiegt eigentlich nur eines: Freude.
Freude darüber, mein Team wiederzusehen.
Freude über bekannte Gesichter.
Freude über unsere Adoptanten.
Und natürlich riesige Freude über all die weißen Puschel, die mittlerweile ihren festen Platz in einer Familie gefunden haben.
Man kennt sich beim Namen, wird herzlich begrüßt, fällt sich in die Arme, erzählt, lacht und hat innerhalb kürzester Zeit das Gefühl, als hätte man sich erst gestern zuletzt gesehen. Leider vergeht genau deshalb die gemeinsame Zeit grundsätzlich ungefähr dreimal so schnell, wie sie sollte.
Freitag: Ankommen, aufbauen – und natürlich Tombola!
Für uns ging es bereits am Freitag recht früh los, schließlich wollte noch einiges vorbereitet werden. Und dann war da natürlich noch ein ganz wichtiger Programmpunkt: die Spendentombola. Margit´s Mammutprojekt. Was soll ich sagen? Margit hat sich mal wieder selbst übertroffen. Wenn man eigentlich denkt: „Mehr geht jetzt wirklich nicht“, kommt Margit um die Ecke und beweist ziemlich eindrucksvoll das Gegenteil. 😄
Es wurde aufgebaut, sortiert, dekoriert und vorbereitet – und spätestens beim Anblick der vielen tollen Gewinne war klar: Die Lose würden auch dieses Jahr wieder heiß begehrt sein. Spoiler: Waren sie. Ich muss mir hier tatsächlich auch an die eigenen Nase fassen.





Nach getaner Arbeit ließen wir den Freitagabend schließlich noch in kleiner Teamrunde an der Hotelbar ausklingen. Rein dienstlich natürlich. Man muss sich schließlich auf den aktuellen Stand bringen. 😉 Und wo ließe sich das besser erledigen als bei einem gemütlichen Getränk und vielen Gesprächen mit Menschen, die man viel zu selten persönlich sieht?

Am Samstag stand dann alles im Zeichen unserer eigentlichen Hauptdarsteller: der Sammys. Und davon waren einige da. Überall weiße Fellknäuel, wedelnde Ruten, fröhliche Gesichter und zwischendurch vermutlich genug herumfliegende Unterwolle, um daraus noch den einen oder anderen zusätzlichen Samojeden zu basteln. Es war herrlich. Schon nach kurzer Zeit hatten sich auf dem Platz die unterschiedlichsten „Stationen“ gebildet. Während die ersten Wasserratten ziemlich schnell die Badestellen in Beschlag nahmen, wurden an anderer Stelle bereits fleißig Tombola-Lose gekauft und anschließend mit großer Spannung die Gewinne ausgesucht.


Wieder ein paar Meter weiter wurde der eine oder andere Sammy kurzerhand zum Model erklärt und durfte für unsere Sponsoren posieren. Ob alle Models vorher über ihren Einsatz informiert worden waren, lassen wir an dieser Stelle einfach mal offen. Aber sie wurden natürlich königlich belohnt *hust* – o.k….bestochen.



Und dann gab es natürlich noch meine vielleicht liebste „Station“:
Einfach irgendwo im Gras sitzen.



Ein kaltes Getränk in der Hand, die Hunde beim Spielen beobachten und sich mit Menschen unterhalten, die ganz genau wissen, wie das Leben mit einem Samojeden aussieht. Da werden Erfahrungen ausgetauscht, Fellpflege-Tipps weitergegeben, Geschichten erzählt und natürlich jede Menge Anekdoten ausgepackt. Denn seien wir ehrlich: Wer mit einem Samojeden zusammenlebt, hat Geschichten zu erzählen. Viele Geschichten. Sehr viele Geschichten.



Und genau in diesen Momenten merkt man, was dieses Treffen eigentlich ausmacht. Es ist eben nicht einfach nur ein Hundetreffen. Es fühlt sich an wie ein riesiges Familientreffen. Wie die Zugehörigkeit zu einer ganz besonderen Gemeinschaft. Menschen, die vielleicht völlig unterschiedlich sind, aber etwas miteinander verbindet: die Liebe zu diesen wunderbaren weißen Dickköpfen – und bei vielen von uns zusätzlich die gemeinsame Geschichte mit Samojeden in Not.



Küsschen…Jede Menge Küsschen… Und davon wurden an diesem Wochenende wirklich großzügig verteilt. Mal bekam der eigene Hund einen dicken Schmatzer auf die Schnauze, mal wurde kurzerhand ein fremder Sammy abgeknutscht. Wobei „fremd“ auf unserem Treffen sowieso ein sehr dehnbarer Begriff ist. Spätestens nach ein paar Minuten, einer ausgiebigen Krauleinheit und dem ersten weißen Haar auf der Kleidung gehört man schließlich irgendwie zusammen. Und natürlich beruhte die Sache durchaus auf Gegenseitigkeit. Mal küsste der Mensch den Hund – und mal entschied der Hund, dass jetzt der perfekte Zeitpunkt für eine besonders feuchte Liebeserklärung mitten durchs Gesicht gekommen war.


Ob Nase, Wange, Kinn oder einmal komplett quer drüber: Unsere Sammys waren bei der Wahl der Kusszone nicht besonders wählerisch. Manch einer wurde dabei vielleicht etwas leidenschaftlicher #sammyfiziert, als ursprünglich geplant.



Ab pro po #sammyfiziert – unsere Vereinsmänner müssen ran!
Ein ganz besonderes Dankeschön geht auch dieses Jahr wieder an die liebe Sandra und ihren Sven von NobleDeer, die uns erneut mit vielen tollen Preisen unterstützt haben. Und wenn man schon einen so tollen Sponsor hat, braucht es natürlich auch standesgemäße Werbefotos. Also haben wir uns etwas Besonderes überlegt. Unser Team besteht bekanntlich hauptsächlich aus Frauen. Aber hinter diesem starken Team stehen auch einige Männer, die im Hintergrund mindestens genauso selbstverständlich mit anpacken. Unsere Vereinsmänner. Egal, ob die eigene Frau gerade irgendwo im SiN-Einsatz steckt oder ein anderes Teammitglied Hilfe braucht – irgendwie bleibt es ja sowieso alles in der Familie. Sie schleppen, bauen auf, halten fest, fahren mit, warten geduldig, unterstützen, springen ein und halten uns immer wieder den Rücken frei. Also war klar: Jetzt seid ihr dran!

Kurzerhand wurden unsere Vereinsmänner in schicke NobleDeer-Shirts mit dem passenden Hashtag #sammyfiziert gesteckt und zu unseren ganz persönlichen NobleDeer-Models erklärt. Und was sollen wir sagen? Sie sehen fantastisch aus!


Natürlich konnte es sich auch der eine oder andere Sammy nicht nehmen lassen, sich ungefragt mit aufs Foto zu schummeln. Aber gut – bei einem Samojeden-Treffen wäre ein Fotoshooting ohne weißen Puschel vermutlich ohnehin nicht vollständig gewesen.


Und weil unsere Vereinsmänner beim Fotoshooting einmal in Fahrt waren, wurde kurzerhand bewiesen, was wahre Freundschaft unter Männern bedeutet. Doch bei aller Männerfreundschaft durfte natürlich eine nicht fehlen: unsere liebe Sandra! Und was macht man, wenn man schon genügend starke Männer beisammenhat? Richtig – man trägt die Dame kurzerhand auf Händen.

Und genau deshalb möchten wir an dieser Stelle einmal ganz bewusst Danke sagen. Danke an all die helfenden Hände im Hintergrund. An die Menschen, die einfach da sind. Die mit anpacken, ohne dass man sie darum bitten muss. Die tragen, fahren, aufbauen, abbauen, festhalten, organisieren, warten, fotografieren, unterstützen – und wahrscheinlich noch hundert andere Dinge tun, die wir im Trubel manchmal gar nicht richtig wahrnehmen. Danke an unsere Partner, Familien und Freunde, die akzeptieren, dass „ich mache da ein bisschen Tierschutz“ manchmal eine erstaunlich dehnbare Beschreibung für ziemlich viele Stunden Arbeit ist. Danke, dass ihr uns unterstützt. Danke, dass ihr uns den Rücken freihaltet. Und danke, dass ihr diesen manchmal verrückten Weg mit uns geht. Ohne euch wäre vieles deutlich schwieriger.
Zudem hatten wir noch einen kleinen Überraschungsgast da: NIA!!
Mit einer ganz besonderen Überraschung hatte wohl niemand von uns gerechnet: Nia war da! Unser kleiner süßer „Fuchs“ wurde als „Silvias Joker“ gerade noch rechtzeitig aus der Tötung gerettet – und plötzlich stand sie gemeinsam mit ihrer Pflegefamilie auf unserem Treffen vor uns.

Natürlich musste da auch noch ein Schnappschuss mit ihrer „Retterin“ Silvia her. Ein Bild, das für uns eine ganz besondere Bedeutung hat und einmal mehr zeigt, warum sich all die Arbeit lohnt.
Und Nia selbst? Die kleine Kuschelfüchsin brauchte nicht besonders lange, um uns allesamt um ihre Pfoten zu wickeln. Mit ihrem Charme und ihrem süßen Fuchsgesicht hatte sie die Herzen jedenfalls ziemlich schnell auf ihrer Seite. Zumindest bei mir hat es gut funktioniert:

Auch unseren Ludo konnte man am Treffen persönlich kennenlernen:

Ludo ließ sich unser Treffen nicht entgehen und war mit dabei. So hatten viele die Gelegenheit, ihn einmal ganz persönlich kennenzulernen – und was sollen wir sagen? Was für ein wunderschöner Samojede (Foto oben mit blauem Halstuch).


Warum dieses Wochenende für mich so besonders ist?
Wenn ich an das Wochenende zurückdenke, sind es am Ende gar nicht die großen Dinge, die mir zuerst in den Sinn kommen. Es sind die kleinen Momente. Ein Hund, dessen Geschichte man kennt, der heute entspannt neben seinen Menschen im Gras liegt. Eine Adoptantin, mit der man vorher unzählige Nachrichten ausgetauscht hat und die man endlich persönlich kennenlernt. Eine herzliche Begrüßung. Ein gemeinsames Lachen. Ein völlig nasser Sammy, der selbstverständlich der Meinung ist, sich genau neben einem schütteln zu müssen. Weiße Haare auf Klamotten, auf denen vorher definitiv keine weißen Haare waren. Gespräche, die viel zu schnell vorbeigehen. Und dieses Gefühl, für ein Wochenende mit ganz vielen Menschen zusammen zu sein, die verstehen, warum einem diese Arbeit so wichtig ist. Tierschutz kostet Kraft. Aber solche Tage geben ganz viel davon zurück. Wenn ich nach unserem Treffen nach Hause fahre, bin ich müde, komplett voller Samojedenhaare und denke wie jedes Jahr:
Die Zeit war viel zu kurz!

Aber gleichzeitig nehme ich unglaublich viel mit nach Hause. Neue Erinnerungen. Neue Geschichten. Ganz viel Motivation. Und vor allem die Gewissheit, warum wir all das machen. Für unsere Hunde. Für die Familien, bei denen sie ankommen dürfen. Und für diese ganz besondere, ein bisschen verrückte, ziemlich haarige und vor allem unglaublich herzliche SiN-Familie.


Nach dem SiN Treffen ist vor dem nächsten SiN Treffen: Bis zum nächsten Mal – wir freuen uns jetzt schon darauf!

Mit diesem süßen Schnappschuss von Shylla verabschiede ich mich und wünsche euch ein schönes Wochenende,

Nadine & Calimero
*Cheers*