Aktuelles 20 Juni 2026

Urlaub mit Hund – entspannt reisen, gemeinsam erleben.

Der Sommer steht vor der Tür und damit auch die Frage: Wohin geht die Reise – und natürlich: Kann der Hund mit? Für viele Hundebesitzer gehört der Vierbeiner ganz selbstverständlich zur Familie und damit auch in den Urlaub. Besonders Camping erfreut sich dabei großer Beliebtheit. Unsere Mitglieder Anja und Holger sowie die Adoptanten Sandra und Sven sind regelmäßig mit ihren Hunden unterwegs und haben ihre Erfahrungen mit uns geteilt.

Cooper – der Herr des Wohnmobils

Anja und Holger reisen mit Cookie und Cooper im Wohnwagen und werden häufig gefragt, ob das Camping mit zwei Hunden nicht anstrengend sei. Ihre Antwort lautet ganz klar: Nein. Im Gegenteil, sie empfinden diese Art des Reisens sogar deutlich entspannter als einen Aufenthalt im Hotel. Der größte Vorteil liegt für sie darin, dass die Hunde ihre gewohnte Umgebung immer dabeihaben. Schlafplätze, Gerüche und tägliche Rituale bleiben gleich, sodass die Hunde viel schneller zur Ruhe kommen als in einem fremden Hotelzimmer. Während die Menschen neue Orte entdecken, bleibt für die Hunde ein Stück Zuhause erhalten.

Natürlich bringt das Reisen mit Hund auch Herausforderungen mit sich. Bei schlechtem Wetter wird es im Wohnwagen schon einmal enger und unterschiedliche Hundetypen haben unterschiedliche Bedürfnisse. Während der eine Hund am liebsten in der Sonne liegt und die Umgebung beobachtet, hat der andere manchmal so viele „Hummeln im Hintern“, dass die Schleppleine regelmäßig für kreative Verwicklungen sorgt. Für die nächste Reise planen die beiden deshalb die Anschaffung eines mobilen Hundezauns, damit die Hunde mehr Bewegungsfreiheit haben und gleichzeitig die Kaffeetasse oder der Aperol auf dem Tisch stehen bleiben können.

Doch ganz gleich, ob die Reise mit Wohnwagen, Camper, Auto oder Fähre erfolgt: Eine gute Vorbereitung ist das A und O. Sandra und Sven empfehlen, sich rechtzeitig über die Einreisebestimmungen des jeweiligen Landes zu informieren. Innerhalb Europas wird grundsätzlich ein gültiger EU-Heimtierausweis benötigt. Außerdem sollte überprüft werden, ob alle Impfungen aktuell sind, insbesondere die Tollwutimpfung (Sabine hat hierzu letzte Woche bereits etwas berichtet). Manche Länder verlangen zusätzlich eine Entwurmung innerhalb eines genau festgelegten Zeitfensters vor der Einreise. Gerade bei längeren Reisen kann das etwas Planung erfordern.

Ebenso wichtig ist es, sich vorab über bestehende Leinen- oder Maulkorbpflichten zu informieren. Ein Maulkorb sollte daher grundsätzlich mit ins Gepäck. Nicht nur Tierarztbesuche können ihn erforderlich machen, sondern auch die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel, Seilbahnen oder Gondeln im Ausland. Sinnvoll ist es, den Hund bereits zuhause an das Tragen eines Maulkorbs zu gewöhnen, damit dieser im Urlaub nicht zusätzlichen Stress verursacht.

Vor Reisebeginn empfiehlt es sich außerdem, Tierarztpraxen und Tierkliniken entlang der Reiseroute sowie am Urlaubsort herauszusuchen und die Kontaktdaten zu speichern. Gerade im Notfall spart das wertvolle Zeit.  Hierfür kann die App „Pet Emergency“ hilfreich sein. Sie zeigt Tierärzte und Tierkliniken in der Nähe an und bietet teilweise auch wichtige Notfallkontakte – besonders praktisch, wenn man sich in einer unbekannten Region oder im Ausland befindet. Wer mit der Fähre unterwegs ist, sollte sich vorab über die jeweiligen Regelungen informieren. Je nach Anbieter müssen Hunde während der Überfahrt im Fahrzeug bleiben und dürfen nicht mit an Deck genommen werden. Das kann sowohl für den Hund als auch für den Menschen eine ungewohnte Situation sein und sollte möglichst vorher bedacht werden.

Während der Fahrt sind regelmäßige Pausen wichtig. Die Hunde sollten ausreichend Gelegenheit bekommen, sich zu lösen, die Beine zu vertreten und Wasser aufzunehmen. Im Auto müssen Hunde zudem entsprechend gesichert werden – entweder in einer geeigneten Transportbox oder mit einem Sicherheitsgeschirr. Das dient nicht nur der Sicherheit des Hundes, sondern auch der aller Insassen.

Zur Grundausstattung auf Reisen gehören neben Futter und Wasser auch Näpfe, Leckerlis, eine Ersatzleine, eine Schleppleine, Kotbeutel, Handtücher, Bürsten für die Fellpflege sowie das gewohnte Körbchen oder eine vertraute Decke. Besonders für Samojeden sollte die Fellpflege auch im Urlaub nicht vernachlässigt werden. Wer gerne am Wasser unterwegs ist, freut sich möglicherweise über eine Hundeschwimmweste oder sogar gemeinsame Ausflüge auf dem SUP.

Ein oft unterschätzter Punkt ist die Hunde-Reiseapotheke. Kleinere Verletzungen, Magen-Darm-Probleme oder wetterbedingte Beschwerden können unterwegs jederzeit auftreten. Neben den üblichen Bestandteilen einer Reiseapotheke empfehlen Sandra und Sven zusätzlich Aktivkohle, Elektrolytpulver und Pfotenbalsam. Aktivkohle kann bei Vergiftungen oder akutem Durchfall helfen, indem sie bestimmte Schadstoffe im Verdauungstrakt bindet. Elektrolytpulver unterstützt den Körper nach Durchfall, Erbrechen oder bei großer Hitze dabei, verlorene Mineralstoffe und Flüssigkeit auszugleichen. Pfotenbalsam schützt die Ballen vor heißem Asphalt, schroffen Wanderwegen oder trockenem Untergrund und kann bei kleinen Rissen die Regeneration unterstützen. Ergänzend sollten eine Zeckenzange, Wunddesinfektion, Verbandsmaterial und gegebenenfalls vom Tierarzt empfohlene Medikamente mitgeführt werden. Gerade in unbekannten Regionen ist man froh, kleinere Probleme zunächst selbst versorgen zu können, bis gegebenenfalls tierärztliche Hilfe verfügbar ist.

Letztendlich zeigen die Erfahrungen unserer Mitglieder und Adoptanten vor allem eines: Urlaub mit Hund ist nicht kompliziert, wenn man gut vorbereitet ist. Viele Hunde genießen die gemeinsame Zeit mit ihren Menschen, die neuen Eindrücke und die Abenteuer unterwegs. Besonders Camping bietet dabei den Vorteil, dass der Hund sein gewohntes Zuhause immer dabei hat. Mit etwas Planung, der richtigen Ausrüstung und einer gut gepackten Reiseapotheke steht einem entspannten Sommerurlaub auf vier Pfoten nichts mehr im Wege.

… und hier kommen noch unsere Notfellchen Romeo & Juliette alias Loki & Luna: sie waren diese Woche mit ihrer Pflegefamilie in Italien. Kein Camping, sondern in einem Ferienhaus mit eingezäuntem Garten und Klimaanlage. Morgens und abends Spaziergängen am/im Meer und tagsüber im Pinienwald. Wellness und Luxus pur für die beiden ❤️.

Habt ein tolles Wochenende Sabine & Nadine

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